PAARTHERAPIE - ABLAUF

Charakteristisch für eine Paartherapie ist, dass sich der Therapeut nicht als Experte sieht, welcher die Probleme des Paares löst. Stattdessen tritt er als Moderator auf, der den Veränderungsprozess in der Partnerschaft anleitet und begleitet. Hierbei macht er deutlich, dass die Probleme in der Partnerschaft durch die wechselseitigen Beziehungsmuster entstehen und keinen der beiden Partner die Schuld an den Problemen trifft.

 

Der Paartherapeut bemüht sich aktiv, eine vertrauensvolle Beziehung zu den Partnern aufzubauen und einen Rahmen zu schaffen, in welchem beide ihre Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken können. Dazu nutzt er meist Merkmale der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers:

Er bringt beiden Partnern Wertschätzung entgegen, fühlt sich in ihre Gefühle und Gedankenwelt ein (Empathie) und verhält sich so, wie er wirklich ist (Echtheit).

Ein wesentliches Ziel der Paartherapie ist, die Autonomie und Eigenverantwortung der Partner zu fördern, so dass sie langfristig in der Lage sind, ihre Probleme selbstständig zu lösen und eine glücklichere Partnerschaft zu führen.

Dabei legt der Therapeut großen Wert auf die Ressourcen und Stärken der beiden Partner - zum Beispiel, was sie trotz aller Schwierigkeiten gut gemeistert haben. Er hebt auch kleine Veränderungen in eine positive Richtung hervor und lobt die Klienten dafür. Gleichzeitig kann er ebenso die positiven Aspekte von bisher negativ gesehenem Verhalten aufzeigen. Zum Beispiel kann der Vorwurf "Schon wieder hast Du unseren Hochzeitstag vergessen!" auch interpretiert werden als "Du bist mir sehr wichig. Deswegen wünsche ich mir, dass Du an unseren Hochzeitstag denkst. Schließlich liebe ich Dich immer noch."

 

Wenn sich zwei Partner in einer Krise befinden, sind viele, häufig heftige Gefühle im Spiel: Wut, Enttäuschung, Verletzung, Traurigkeit. Der Paartherapeut als "neutraler Dritter" kann dazu beitragen, die problematischen Themen trotz dieses "Gefühlswirrwarrs" konstruktiv anzugehen.  Er ist derjenige, welcher im Gespräch Ruhe und Besonnenheit bewahrt und so einen konstruktiven Rahmen anbietet, in dem sich beide Partner begegnen können. Weiters kann er das Gespräch durch bestimmte Gesprächstechniken gezielt in eine Richtung lenken, mehr Ruhe in ein emotional geladendes Gespräch bringen und den Klienten dabei helfen, ihre momentanen Gefühle klarer wahrzunehmen.

 

Dabei hat der Therapeut als Außenstehender und als Experte für zwischenmenschliche Beziehungen meist mehr Autorität, um den Gesprächsverlauf zu lenken und Veränderungen anzustoßen. Schließlich kann er den Partnern auch Zuversicht vermitteln, wenn diese die Situation als ausweglos ansehen. So kann er zum Beispiel nach einer Sitzung, die nicht gut verlief, sagen: "Heute ging es nicht gut mit unserem Gespräch. Da sind viele Gefühle hochgekommen, auch viel Wut und Enttäuschung. Und dann ist man natürlich kaum in der Lage, Lösungen zu finden. Aber solche Gefühle sind mal mehr und mal weniger da. Ich bin mir sicher, dass es gute Chancen gibt, dass wir in den nächsten Sitzungen besser vorankommen werden."

Paartherapie Eheberatung Ablauf München

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