PSYCHOSOMATIK - SYMPTOME

Neben der Beschreibung des äußeren Verhaltens spielt die Charakterstruktur für das Verständnis eine immer größere Rolle. Hierbei handelt es sich um zeitüberdauernde Persönlichkeitsmerkmale oder "Strukturmerkmale", die das Zustandekommen, den Verlauf und die Ausprägung "psycho-somatischer" Beschwerden beeinflussen. Historisch ist man der Einteilung von S. Freud gefolgt und hat hierbei eine orale, anale, hysterische, depressive oder zwanghafte Struktur unterschieden. Inzwischen wurden die Strukturdiagnosen operationalisiert und formalisiert  und man unterscheidet mittels verschiedener Items (Selbst-, Objektwahrnehmung, Bindungsfähigkeit etc.) je nach klinischem Schweregrad Patienten von "gut integriert" bis "desintegriert". Das entspricht in etwa der Einteilung "unauffällig, neurotisch", "narzisstisch oder borderline" und "präpsychotisch". So ist eine empirische Überprüfung der Strukturmerkmale möglich geworden.

Oft schildern Patienten mehrere Symptome aus verschiedenen Körperregionen.

Dazu kommt häufig ein Symptomwechsel im Kranheitsverlauf (Symptomshift). Die Arzt-Patienten-Beziehung ist vor allem vielschichtig charakterisiert durch wiederholte diagnostische Untersuchungen, vermehrten Arztwechsel, Weigerung der Annahme psychosozialer Aspekte im Krankheitsgeschehen sowie eine Chronifizierungstendenz mit Einschränkungen der Lebensqualität und vermehrten Krankschreibungen. Zu den häufigsten Beschwerden, die Patienten zum Arzt führen und wofür in den meisten Fällen keine organische Ursache gefunden wird, zählen:

  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Rückenschmerzen
  • Atemnot
  • Bauchschmerzen

Das Verständnis psychosomatischer Symptome ist besonders durch die theoretischen Vorannahmen bestimmt.

Das heißt, ändert man die Theorie, ändern sich damit auch die Befunderhebung und das Behandlungskonzept. Historisch betrachtet standen generalisierte Ansätze ("Alles ist psychosomatisch") und psychogenetische Ansätze ("Organische Erkrankungen haben eindeutige psychische Ursachen") im Vordergrund.

Heutzutage spielen das allgemeine biopsychosoziale Modell von T. v. Uexküll, neurobiologische Stressmodelle sowie lerntheoretische Konzepte die wichtigste Rolle. Dazu kommt, dass die Ergebnisse der Neuroimmunologie (Neuromodulatoren, Antikörper) für das Verständnis vieler heute noch als funktionell bezeichneter Störungen an Bedeutung gewinnen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass immunologische und hormonelle Faktoren selbst einer stressinduzierten Veränderung und somit einer individuellen Lerngeschichte unterliegen. Frühkindliche Traumatisierungen, emotionale Deprivation, das Bindungsverhalten zur Bezugsperson sowie chronische Kommunikationsstörungen können so zentralnervöse Reifungsvorgänge verhindern bzw. hemmen. Das führt zu einer lebenslangen Vulnerabilität / Disposition für vegetative Dysregulationen, emotionaler Labilität (Angst, Depression), einer erniedrigten Schmerzschwelle oder auch zu inadäquaten Copingstrategien (Katastrophisierung, verstärkte Selbstbeobachtung).

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