PSYCHOSOMATIK - BESCHREIBUNG

Psychosomatik ist die Lehre von körperlich in Erscheinung tretenden Krankheiten, die psychisch ausgelöst, bedingt oder wesentlich mitbedingt sind.

Die Psychosomatik im Allgemeinen ist zunächst eine ärztliche Grundhaltung, die neben dem somatischen Befund den sozialen und psychischen Faktoren Rechnung trägt. Im Speziellen bezieht sich die Psychosomatik auf ein Verständnis der sozialen und psychischen Faktoren bei einzelnen Krankheitsbildern.

 

In den neueren Klassifikationssystemen wird auf den Begriff "Psychosomatik" allerdings verzichtet. Im engeren Sinne werden heute hierunter Erkrankungen verstanden, bei welchen psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse für die Auslösung, den Verlauf und den Schweregrad wesentlich mitverantwortlich sind. Früher wurde noch zwischen den klassischen psychosomatischen Erkrankungen mit organischem Korrelat und funktionellen Somatisierungen unterschieden. Diese Einteilung findet heutzutage keine Verwendung mehr. Damit wird der Begriff Psychosomatik erheblich erweitert, weil er nicht einzelne Krankheitsbilder beschreibt, sondern als interdisziplinäres Fachgebiet bei zahlreichen Erkrankungen an Bedeutung gewinnt.

 

Von F. Alexander stammt die Unterscheidung der "holy seven" der Psychosomatik: Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa, essentielle Hypertonie, chronische Polyarthritis, Neurodermitis, Ulcus duodeni sowie Hyperthyreose. Bei allen diesen Krankheitsbildern sollten ursprünglich spezifische psychische Faktoren für das Zustandekommen der somatischen Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Diese Vorstellung ließ sich in dieser Form nicht mehr aufrechterhalten. Die empirische Forschung hat keine spezifischen Persönlichkeitsmerkmale oder Konflikte für spezifische psychosomatische Erkrankungen nachweisen können.

Bei einer Reihe von (vor allem) internistischen Erkrankungen lassen sich psychische Faktoren als Mit-Ursache nennen.

So ist es beispielsweise möglich, bei Ulcus duodeni einen Zusammenhang zwischen fehlendem Ausdruck von Angst oder Aggression und einer gesteigerten Sekretionsaktivität im Magen nachweisen. Beim Colitis ulcerosa und M. Crohn spielt die Krankheitsbewältigung eine gewichtige Rolle im Hinblick auf den Schweregrad und den Verlauf der Erkrankung. Weiters werden bei zwei Drittel der Patienten mit Asthma bronchiale psychische Auslöser gefunden.

 

Die essentielle Hypertonie findet man vor allem in industrialisierten Ländern. Immigranten aus Entwicklungsländern haben mit der Zeit jedoch eine ähnliche Inzidenz. Das weist auf die besondere Bedeutung des psychosozialen Kontextes hin. Die koronare Herzerkrankung Typ A beschreibt eine Verhaltensauffälligkeit der betroffenen Patienten, welche durch Feindseligkeit, Wettbewerbsverhalten und ständigen Zeitdruck charakterisiet ist. Bei der rheumatoiden Arthritis kann Stress eine veränderte Entzündungsaktivität zur Folge haben. Diese Beispiele weisen nach, dass auch bei zahlreichen organischen Erkrankungen psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen.

Bei sehr vielen chronischen körperlichen Erkrankungen werden somato-psychische Wechselwirkungen gefunden.

Hierbei geht es vor allem um die individuelle Krankheitsbewältigung wie etwa Verleugnung, Noncompliance, verstärkte Selbstbeschäftigung ("sekundäre Hypochondrie"). Vor allem Angst und Depression wirken sich nachteilig auf den Krankheitsverlauf aus. Für das Verständnis von Somatisierungsstörungen treten an Stelle einzelner Ursachen eine Reihe von Risikofaktoren, die auf die Symptombildung Einfluss nehmen.

Psychosomatik Beschreibung

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