DEPRESSION - URSACHEN

Die Ursachen der Depression sind bis heute nicht völlig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass bei der Entstehung einer Depression immer mehrere Faktoren zusammenspielen - und zwar innere und äußere. Hierzu gehören biologische, genetische und psychosoziale Faktoren. Wie groß der Einfluss der verschiedenen Faktoren ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Anfällig für Depressionen?

Auf dieser Hypothese beruht auch das Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Die Vulnerabilität (Verletzlichkeit) beschreibt, wie anfällig ein Mensch aufgrund von genetischen, biologischen und psychischen Grundlagen für eine seelische Störung ist. Bei Menschen hoher Vulnerabilität kann bereits geringer Stress eine starke Depression auslösen. Ist die Vulnerabilität gering, können auch sehr belastende Ereignisse noch bewältigt werden. Einige Menschen entwickeln somit schon bei leichten psychischen Belastungen depressive Symptome, andere halten sehr hohen Belastungen stand, ohne zu erkranken. Solche Personen bezeichnet man als resilient (widerstandsfähig).

Nicht lediglich die objektive Schwere der Belastung entscheidet also, ob ein Mensch an einer Depression erkrankt. Entscheidenden Einfluss hat ebenso die genetische Veranlagung eines Menschen und auch, welche schwierigen Erlebnisse er schon verkraften musste und welche Fähigkeiten er erworben hat, um mit belastenden Situationen fertig zu werden.

Depression: Genetische Einflüsse ?

Zwillings- und Adoptionsstudien haben belegt, dass Depressionen auch eine genetische Wurzel haben. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist erhöht, wenn die Erkrankung bereits in der Familie aufgetreten ist. So haben Kinder, deren Eltern beide an einer Depression leiden, ein Erkrankungsrisiko von ungefähr 55 %. Wenn sich eine Depression früh im Leben entwickelt, ist das Risiko für verwandte Personen besonders groß. Demnach ist die Veranlagung für Depressionen vererbbar. Jedoch sind die Gene nicht allein für das Auftreten einer Depression verantwortlich. Auch die Umweltfaktoren gehören zu den Ursachen: Depression wird durch schwierige Lebensbedingungen begünstigt.

Depression: Biologische Einflüsse?

Biologische Einflüsse 

Es gibt Hinweise darauf, dass während einer Depression die Hirntätigkeit beziehungsweise der Hirnstoffwechsel verändert ist. Bei jedem Sinneseindruck, jedem Gefühl und jedem Gedanken sind Nervenzellen aktiv. Sie kommunizieren untereinander über elektrische Impulse und Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter. Einige Experten gehen davon aus, dass ein niedriger Noradrenalin- oder Serotoninspiegel für eine Depression mit verantwortlich sind. Hierdurch ist der Austausch zwischen den Nervenzellen gestört. Das schlägt sich auch in den Gefühlen und Gedanken nieder und begünstigt Antriebslosigkeit, Appetitmangel oder Schlaflosigkeit.

Andere Erklärungsansätze machen eine Fehlregulation der Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) für die Depression verantwortlich. So wurde bei depressiven Menschen ein erhöhter Cortisolspiegel festgestellt. Cortisol ist ein Hormon, das bei Stress in der Nebennierenrinde produziert wird. Im gesunden Organismus wird die Ausschüttung von Cortiso kontrolliert und gegebenenfalls gestoppt. Diese wichtige Regulation scheint bei depressiven Menschen nicht zu funktionieren.

Depression: Psychozoziale Einflüsse ?

Grundsätzlich geht man heute davon aus, dass Stress bei der Entstehung einer Depression eine entscheidende Rolle spielt. Umgekehrt verursacht eine Depression selbst Stress, beispielsweise wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann oder es zu Spannungen mit dem sozialen Umfeld kommt.

Einige Lebensphasen sind per se mit verstärktem Stress verbunden. Hierzu gehören beispielsweise die Pubertät oder auch der Eintritt in die Rente. In solchen Phasen steigt das Depressionsrisiko.

Entscheidende Lebensereignisse gehen mit mehr Stress einher. Hierzu gehören negative Erfahrungen wie ein Jobverlust, Trennung, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder das Erhalten einer gravierenden Krankheitsdiagnose. Jedoch verursachen auch positive Ereignisse wie eine Beförderung, die Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit Stress und lassen die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, steigen.

Tatsächlich berichten Menschen mit Depressionen oft von schwierigen Lebensereignissen, die ihnen vor Ausbruch der Krankheit widerfahren sind. Ob eine Lebenskrise in eine Depression mündet, hängt dann von der jeweiligen Persönlichkeit und ihrem Umgang mit Stress ab. Weiters spielen die genetische Veranlagung und die biologischen Einflüsse eine Rolle. In vielen Fällen taucht eine Depression jedoch auch scheinbar aus dem Nichts auf.

Depression Ursachen

KONTAKT


Psychotherapeutische Praxis Schneider

Bonner Platz 1

80803 München - Schwabing

> Kontakt

Psychotherapie Schneider München Schwabing

ANFAHRT


direkt an der U-Bahn-Haltestelle

Bonner Platz (U 3)

Aufgang B: Bonner Str. / Klinikum Schwabing

> Karte