BURNOUT - FAQ

Ist Burnout eine Krankheit ?

Die Diagnose Burnout ist nicht in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) enthalten. Deswegen kann Burnout nicht als "offizielle" Krankheit bezeichnet werden. Trotzdem sollte man Anzeichen von Burnout ernst nehmen. Sie können unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • Vorübergehende Arbeitsüberforderung
    Stresssymptome wie Angespanntheit, Schlafprobleme und Erschöpfung können im Rahmen von ungewöhnlichen Belastungen auftreten. Wenn diese Phasen zeitlich begrenzt und ein Ende der Belastung absehbar ist, und wenn die Stresssymptome in kurzen Erholungsphasen, zum Beispiel am Wochenende, zurückgehen, handelt es sich nicht um Burnout.
  • Burnout nach längerfristiger Arbeitsüberforderung
    Hält der Zustand einer Arbeitsüberforderung mehrere Wochen bis Monate an und bildet sich durch kurze Erholungsphasen nicht zurück, kann dies ein Hinweis auf Burnout sein. Burnout ist zwar keine eigenständige Erkrankung, kann jedoch das Risiko für die Entwicklung einer späteren psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression, und/oder einer körperlichen Erkrankung wie zum Beispiel eines Bluthochdrucks, erhöhen oder eine solche Erkrankung auslösen.
  • Psychische und körperliche Erkrankungen als Ursache für Burnout-ähnliche Beschwerden
    Burnout bzw. Burnout-ähnliche Symptome können auch ein Hinweis auf andere zugrunde liegende Erkrankungen, etwa eine Depression, chronische Schmerzen oder eine beginnende Demenz, sein. Anforderungen, die Betroffene bislang leicht und gut bewältigt haben, werden auf einmal zur Überlastung und führen unter anderem zu Gefühlen von Überforderung und Erschöpfung am Arbeitsplatz.

Was sind Burnout-Risikofaktoren am Arbeitsplatz ?

Die wichtigsten Faktoren auf Seiten des Arbeitsfeldes sind, vor allem bei abhängig Beschäftigten:

  • hohe Arbeitsbelastung
  • mangelnde Wertschätzung und Belohnung
  • mangelnde Fairness
  • ein geringer Tätigkeitsspielraum
  • zu viel Verantwortung
  • eine unklare Rolle am Arbeitsplatz
  • zu wenig Transparenz am Arbeitsplatz
  • mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte oder Kollegen, Zusammenbruch des Gemeinschaftsgefühls
  • zu wenig Feedback
  • zu viel Überwachung oder Kontrolle durch Vorgesetzte oder Computer, auch im Rahmen von Qualitätsmanagement
  • zu hohe Leistungserwartungen
  • mangelnde Kontrolle, zu geringe Einflussmöglichkeiten und Aufstiegschancen
  • vor allem bei älteren Berufstätigen: Überforderung durch Computer und andere Innovationen
  • ständige Erreichbarkeit durch E-Mail und Handy
  • die einseitige Verknüpfung von kurzfristiger Leistung und Verdienst, z.B. durch Bonuszahlungen

Entscheidend ist also nicht nur die Arbeitsmenge, sondern unter welchen Bedingungen selbige zu bewältigen ist.

 

Wer kann was tun?

  1. Der Arbeitgeber
    Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Gesundheit der Beschäftigten im Unternehmen als wertvolles Gut anzuerkennen. In diesem Zusammenhang spielen Führungskräfte eine tragende Rolle ("gesunde Führung"). Eine Unternehmenskultur, in welcher offen über Anforderungen, Grenzen und Burnout gesprochen werden kann, ist entscheidend. Der Arbeitsplatz und die Aufgaben sollen so gestaltet sein, dass die Mitarbeiter auch langfristig gesund bleiben. Hierzu gehören Angebote, die die Gesundheit und Belastbarkeit der Beschäftigten fördern - beispielsweise Betriebssport, Anti-Stress-Seminare und eine Beratung der Arbeitnehmer - auch wenn es zu Hause eine Krise gibt.
    Es kann hilfreich sein, wenn - natürlich nur mit dem Einverständnis der Betroffenen - der Betriebsarzt oder Sozialarbeiter eine enge Verbindung mit dem Hausarzt oder Psychotherapeuten hat, so dass im Falle eines Burnouts oder einer anderen Erkrankung schnell eine Behandlung eingeleitet werden kann. Voraussetzung zur Heilung von Burnout ist nicht nur die Behandlung des Betroffenen, sondern ebenso die Umgestaltung der jeweils belastenden Situation (zum Beispiel am Arbeitsplatz). Eine enge Zusammenarbeit des Therapeuten mit dem Betriebsarzt und eine starke Position des Betriebsarztes im Unternehmen können dazu beitragen, dass der Betroffene einen Arbeitsplatz erhält, welcher das Risiko einer erneuten Erkrankung senkt.
  2. Das private Umfeld
    Die meisten Betroffenen reagieren gereizt und abweisend und versuchen, ihre Scham- und Schuldgefühle oder das Gefühl, im privaten und beruflichen Umfeld ihren Aufgaben nicht mehr gerecht geworden zu sein, zu verbergen. Ein Herunterspielen oder Dramatisieren des Burnouts ebenso wie Schuldzuweisungen seitens der Angehörigen kann die Lösung der Problematik erschweren. Sinnvoll sind Wertschätzung (von beruflichen und privaten Stärken des Betroffenen) und Verständnis bei einer klaren Grundhaltung, dass es so nicht weitergehen kann, dass jedoch die volle Unterstützung bei den notwendigen Veränderungen sicher ist.
  3. Der Betroffene
    Je nachdem, wie weit ein Erschöpfungszustand fortgeschritten ist, kann der Betroffene diverse Maßnahmen ergreifen. Die Bandbreite reicht von einem Urlaub und einigen Veränderungen im eigenen Alltag (z.B. die eigene Erreichbarkeit reduzieren, Prioritäten im Arbeitsablauf setzen, öfter "Nein" zu Anforderungen sagen, Pausen und angenehmen Aktivitäten mehr Raum geben) über eine ambulante Behandlung bis hin zur tagesklinischen oder stationären Behandlung in einer Fachklinik. Die Behandlung hilft, persönliche Stressauslöser zu erkennen oder überhöhte Anforderungen an sich selbst zu reduzieren.
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